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Forum: Kieferorthopädie

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Thema:
Lücke füllen mit Hilfe von Zahnspange und Weisheitszahn
Anzahl der Beiträge: 6

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erstellt: 08.08.2010 - 10:55

Nele aus Nordrhein-Westfalen, Bielefeld

Liebe Zahnärzte und Zahnärztinnen!

Ich bin 15 Jahre alt und im Unterkiefer ist der 2. Prämolar (der 5-er) links nicht unter dem Milchzahn ausgebildet. Also eine Nichtanlage. Mein Kiefernothopäde rät mir durch eine Zahnspange die beiden nachfolgenden Backenzähne (den 6-er und 7-er) und den Weisheitszahn, der noch im Kiefer liegt nachzuschieben, um die Lücke zu füllen. Das setzt natürlich voraus, dass der Milchzahn gezogen wird. Wenn ich mich jetzt für die Zahnspange entscheide, dann habe ich Angst, dass der Weisheitszahn nicht rauskommt und dann später hinten die Lücke ist. Kann das passieren? Wenn ja, ist die Wahrscheinlichkeit groß? Würden Sie mir zu der Lösung mit der Zahnspange raten?

Insgesamt liegen meine Weisheitszähne alle 4 noch im Kiefer und ich werde die 3 oder 4 Weisheitszähne dann auch in 2 Jahren ziehen lassen (im Moment sitzen sie noch zu tief).

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, da ich im Moment sehr ratlos bin,

Nele


erstellt: 09.08.2010 - 16:20

Münchnerin32 aus München

Hallo Nele,
ich bin keine Zahnärztin, habe aber selbst Erfahrung mit nicht angelegten Prämolaren, daher möchte ich nur einige Dinge zu bedenken geben, die mir beim Lesen deines Beitrags aufgefallen sind. Bei mir sind alle 4 Prämolaren (5er) nicht angelegt.

Gezogen wurde da aber nichts - ich habe heute im Alter von 32 Jahren noch alle 4 Milchzähne, die knallfest im Kiefer sitzen und auch sonst kerngesund sind. Nach Auskunft meines Zahnarztes können sie da noch sehr lange bleiben. Falls sie tatsächlich irgendwann so stark zerstört sind, dass sie rausmüssen oder irgendwann locker werden sollten, kann man auch erst im späteren Lebensalter über einen Ersatz nachdenken. Entweder durch Implantate, oder, falls die Nachbarzähne bereits Defekte aufweisen, die eine Überkronung rechtfertigen, durch Brücken.

Warum soll dir denn uberhaupt der Milchzahn gezogen und die entstehende Lücke geschlossen werden? Ist er bereits geschädigt und ist absehbar, dass er irgendwann das Zeitliche segnet? Falls er gesund ist, würde ich mir das gut überlegen - du würdest dich mit einer Zahnspange auf eine Behandlung einlassen, die vermutlich langwierig und nicht immer angenehm ist und deren Erfolg nicht gerantiert ist - du sagst ja selbst, dass du Angst hast, der Weisheitszahn könnte eventuell nicht rauskommen.
Entscheidend hierfür ist ja auch, wie dieser überhaupt im Kiefer liegt - aber das kann nur ein Arzt beurteilen. Dr. Littinski hat natürlich absolut recht damit, dass die Lücke auch ohne den 8er geschlossen werden kann, aber die Frage bleibt: warum überhaupt durch Ziehen eine Lücke schaffen, die dann natürlich eine entsprechende Weiterbehandlung erfordert?
Wie gesagt - sollte der Milchzahn bereits kariös sein, dann betrachte meine Ausführungen als unerheblich.

Nun noch ein paar Worte zum Schluss. Ich rechne durchaus damit, dass ich demnächst scharf angegangen werde, weil ich es gewagt habe, mich hier als Laie kritisch zu äußern. Ich will mir auch gar nicht anmaßen, dir, Nele, einen konkreten medizinischen Rat zu erteilen, das kann und darf nur ein Arzt tun, und das am besten auch nicht übers Internet sondern nur persönlich in Kenntnis deiner speziellen Situation. Mir missfällt aber - und da bin ich ganz ehrlich - der "Wahn des Machbaren" in der Medizin, weshalb ich hier ein paar Dinge zu bedenken geben wollte, die du dir - natürlich gemeinsam mit deinem behandelnden Arzt - überlegen solltest, bevor du eine Entscheidung triffst. In meiner Kindheit - und soooo lange ist die nun nicht her - ist kein Mensch auf die Idee gekommen, die kerngesunden Milch-5er zu ziehen und dadurch eine langfristige Behandlungssituation zu schaffen. Mir wurde lediglich geraten, die Milchzähne gut zu pflegen (die anderen natürlich auch), damit sie noch lange ihren Dienst tun können. Ich habe das Gefühl, dass man noch vor 20 Jahren viele Dinge unkomplizierter und entspannter gesehen hat als heute, und auch als Laie meine ich, dass eine etwas unkomplizierte Einstellung in manchen Fällen nicht schaden würde.

So das ist jetzt lang geworden, ich bin gespannt auf die Reaktionen bzw. ob es welche gibt.

LG,
die Münchnerin

erstellt: 11.08.2010 - 11:21

Nele aus Nordrhein-Westfalen, Bielefeld

Hallo Dr.Littinski, hallo Münchnerin!

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Ihnen, liebe Münchnerin, ganz herzlichen Dank für die offene und ehrliche Stellungnahmne. Ich zerbreche mir schon seit längerem den Kopf über die Frage, ob sich eine Zahnspange lohnt.
Allerdings werde ich mir noch ein bisschen Zeit lassen mit der Entscheidung, da es da noch etwas gibt: 2 Zähne (die 2. Schneidezähne) im Oberkiefer stehen etwas schief. So könnte man sie mit einer Zahnspange in die richtige Position bringen und gleizeitig das Problem mit dem Milchzahn lösen. Die Risiken und der fragliche Erfolg, von dem Sie und auch mein Kiefernorthopäde sprechen, werden mich wahrscheinlich dann wirklich davon abhalten, eine Zahnspange zu wählen.
Die ganze Sache ist wirklich nicht leicht zu entscheiden.

Danke! Ohne Sie, liebe Münchnerin, würde ich vielleicht eine andere Entscheidung treffen. Aber keine Angst: Ich werde auch noch mal mit meinem Kiefernorthopäden sprechen.

LG Nele

erstellt: 11.08.2010 - 11:24

Nele aus Nordrhein-Westfalen, Bielefeld

Ach, der Milchzahn ist übrigens total gesund.

erstellt: 25.10.2017 - 22:02

Lisa aus Wien

Hi, Nele!

Ich bin gerade auf diesen doch schon einige Jahre alten Beitrag gestoßen und mich würde brennend interessieren, wie die Sache weitergegangen ist! Meinem Sohn (fast 11) fehlt genau derselbe Zahn, der Milchzahn ist vorerst noch gesund. Ich bin gerade erst am Anfang der Überlegungen und es hat ja auch noch Zeit, aber vielleicht gibts hier im Forum Tipps!

Liebe Grüße, Lisa



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